5 Möglichkeiten um Senioren im digitalen Marketing effektiv anzusprechen

Ältere Zielgruppen werden häufig aus dem Fokus des digitalen Marketings entfernt. Grund dafür ist, dass ihr potenzieller Geschäftswert aufgrund veralteter Annahmen und ineffektiver historischer Kampagnen nicht richtig erkannt wird.

Lt. einer Studie von Ofcom nutzen ein Viertel der über 75-Jährigen Tablets, und die Hälfte der 65- bis 74-Jährigen, verfügen über ein Social Media-Profil. Mit diesen Zahlen im Kopf ist an der Zeit auch ältere Zielgruppen in die nächste Marketingkampagnen einzubeziehen.

In diesem Beitrag erfährst Du Folgendes:

  • Einige der häufig vorkommenden Missverständnisse über die Vermarktung älterer Zielgruppen.
  • Strategien für die Verbesserung (und Einbeziehung) der über 60-jährigen Bevölkerungsschicht in Dein digitales Marketingprojekt.

1. Senior Marketing ist mehr als nur Influencer Targeting

Ja, es gibt eine große Anzahl von Möglichkeiten für Influencer-Marketing bei Seniorenkampagnen (Sohn, Tochter, Enkel, andere Familienmitglieder, Bekannte, lokale Nachrichten, usw…), die ein zusätzliches Marketingpotential bieten.

Wichtig ist aber, dass die eigentliche Zielgruppe, der über 60-Jährigen, nicht von der Marketing-Aktivitäten ausgeschlossen wird, sondern für eine Ergebnisverbesserung verstärkt in den Fokus gestellt werden muss

Nach den neuesten Erkenntnissen, der von Ofcom durchgeführten Studie: “Adults: Media use and attitudes report 2019″:

55-64-Jährige:

  • 96% verwenden ein Mobiltelefon
  • 43% sehen On-Demand- / Streaming-Inhalte an
  • 58% haben ein Social-Media-Profil

65-74-Jährige:

  • 92% verwenden sie ein Mobiltelefon
  • 34% sehen On-Demand- / Streaming-Inhalte an
  • 34% haben ein Social-Media-Profil

75+ -Jährige:

  • 81% verwenden ein Mobiltelefon
  • 22% sehen On-Demand- / Streaming-Inhalte an
  • 20% haben ein Social-Media-Profil

Für Marketingverantwortliche bedeutet dies, dass es direkten Zugang zu älteren Zielgruppen gibt durch:

  • Mobile / SMS und Smartphone-Marketing.
  • Andere wachsende Zielgruppentrends wie Video / YouTube und Social Media Marketing (SMM).

Während die Abhängigkeit von Mobilfunktechnologien mit dem zunehmenden Alter abnimmt (vor allem durch die zunehmende Nutzung des Fernsehens ab einem Alter von 50/60), ist die Verwendung von Mobiltelefonen, Tablets und anderen Technologien weiterhin hoch und nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Für uns als Vermarkter bedeutet das, dass sich unserer Ansprache verstärkt direkt an die Endperson richten sollte und nicht an die Zielgruppen-„Influencer“. Praktisch bedeutet dies, dass AMP-Inhalte, Mobile First Content Mindsets, traditionelle Mobile-Optimierung und ähnliche Maßnahmen für das Senior-Marketing genauso effektiv sind wie alle anderen demografischen Merkmale.

2. Senioren sind loyaler und haben eine hohe Markentreue

In dem Bericht von Ofcom heißt es:

“Die Neigung zur Online-Entdeckung nimmt mit zunehmendem Alter ab. 30% der Internetnutzer im Alter von 16 bis 24 Jahren gaben an, viele Websites oder Apps verwendet zu haben, die sie zuvor noch nicht verwendet haben, und dies geht auf 10% bei den über 55-Jährigen zurück.”

Information und Präsentation deiner Marken / Inhalte / Einblicke in dein Unternehmen sollten speziell mit dem Fokus auf die Seniorenzielgruppe umgesetzt werden. Der zusätzliche Anreiz besteht darin, dass 90% der Senioren Dich als digitalen Ansprechpartner (Marke) behalten, wenn man ihnen zuerst bei ihren Informationsbedürfnissen hilft.

Wie zu erwarten, gibt es viele Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Einige davon, die sich im Laufe der Jahre als sehr effektiv herausgestellt haben, sind:

  • Bundes-, Landes- oder Gemeindedienste und Lifestyle-Hubs.
  • Standortbasierte und lokale Inhalte.
  • Kostenlose Tools, Tipps und Ratschläge.
  • Nahtloser Übergang zwischen Offline- / Online-Kundenreise.
  • Digitale Simplifizierung und bessere Verknüpfung der unterschiedlichen Kontaktpunkte zwischen den Marketingkanälen.
  • Fokus auf Rabatt- und Anruf CTAs.
  • Verstärktes Remarketing zu Bildungs- und Informationsinhalten.

3. Erfahrungen sind am wichtigsten

Interessanterweise haben einige der neuesten Suchtrends, wie die Personalisierung von Inhalten, maßgeschneiderte Kundenreise und die Anpassung der Nutzererfahrung, die größten potenziellen Auswirkungen und großen Einfluss auf ältere Zielgruppen.

Ältere Zielgruppen neigen dazu, Kundenservice, persönlichen Kontakt und traditionelle Kommunikation höher einzuschätzen. Sobald sie dieses Gefühl der persönlichen Fürsorge und des Kontakts erhalten, sind sie mehr motiviert darüber zu sprechen und es zu teilen. Ebenso wird dadurch der Wunsch geweckt künftig nur dieses Produkt/ Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.
Es gibt viele Ansätze, die in Marketingkampagnen integriert werden können, um diese positiven Erfahrungen voranzutreiben, wie zum Beispiel:

  • Überbrückung der Lücke zwischen Offline- und Online. Halten Sie Ihre Marketing-Botschaften konsistent, leicht verständlich und einfach in der Ausführung.
  • Verwenden von CTAs wie Telefonaktionen oder Aktionen, die mit nur einem Klick zum Ergebnis führen.
  • Verstärktes Einbeziehen von Offline-Medien und herkömmlichen Marketings (z. B. Kataloge, Lokalzeitungen, Flyer und Rabattcodes)
  • Klare Darstellung der Vorteile und konkrete Anleitung was zu tun ist. ( KISS-Prinzip)

4. Die Investitionen in den Bildungsprozess steigern

Ganz gleich ob auf der eigenen Site od. auf anderen externen Kanälen, ältere Zielgruppen benötigen zusätzliche Erklärungen, Klarheit und allgemeine Anleitungen für den gesamten Informationssuch- und Kaufprozess.

Es gibt viele zeit- und wegsparende Anwendungen (z.B. Online-Banking), die vor allem der über 60-Jährigen, mehr als anderen Altersgruppen, zugute kommen können. Zusätzlichen Barrieren (Abneigung gegen Änderungen, falsche Vorstellungen über die Sicherheit des Internet / Online-Bankings, der Wunsch nach Offline-Kontakte) hindern sie jedoch häufig daran, aktiv diese Möglichkeiten zu nutzen.

Eine sinnvolle Integration von Online und Offline trägt zur Behebung dieses Problems bei. Z.B. durch Erhöhung der Bekanntheit in Print-Produkten:

  • Lokalzeitungen
  • Postwurfsendungen / Flyer
  • Offline-CTAs , die zu Online und zum Telefon führen.

5. Senioren über YouTube/ Videos ansprechen

Basierend auf einer Studie von iPropsect:

  • Sehen Silver-Surver ihr Alter nicht als Hindernis für eine stärkere Nutzung des Internet an (eine große Mehrheit sagt, dass ihre Internetnutzung mit zunehmendem Alter zunimmt).
  • Silver-Surver sind mehr online – 63% der über 70-Jährigen verbringen 11 bis 30 Stunden pro Woche online (dies ist mehr als bei der Gruppe der 60-69-Jährigen, 50-59-Jährigen und 30-49-Jährigen).
  • Silver-Surver sehen sich häufig Online-TV und YouTube an.

In dem selben Artikel heißt es:

“Online-Video-Steaming ist auch bei Silbersurfern beliebt. Fünfzehn Prozent der 50- bis 59-Jährigen schauen sich mindestens einmal pro Tag einen Film oder ein Video auf YouTube an, und 33 % der 60- bis 69-Jährigen sehen sich mehrmals pro Woche Videos auf YouTube an – das gleiche Verhältnis wie bei den 30- bis 49-Jährigen.”

Was bedeutet das fürs Marketing? Video kann und soll verstärkt für Senior-Marketing-Aktivitäten eingesetzt werden. Die Verwendung von Videoinhalten kann zur Erläuterung von Konzepten, zur Vereinfachung der Darstellung von Technologie und zur gezielten Förderung beabsichtigter Benutzeraktivität, eingesetzt werden.
Durch die Verwendung von Videos können Marken Vertrauen zu einem älteren Publikum aufbauen und die Kluft zwischen Offline- und Online-Kundenreisen überbrücken.

Fazit

Alternde Bevölkerungsgruppen und zunehmend technisch versierte Senioren bieten eine enorme (und relativ ungenutzte) Vermarktungsmöglichkeit. Um dies zu maximieren, müssen Marketingverantwortliche mehr als nur die Beeinflusser (Influencer) der älteren Zielgruppen ansprechen. Die grundlegende Strategie, besteht darin, die Notwendigkeit zu erhöhen, Senioren als Erstes und gezielt anzusprechen, da sie nach einer guten Markenerfahrung selten ihre Meinung ändern und der Marke länger treu bleiben. Hinzu kommt der Stellenwert von Bildungs- und Informationsinhalten – insbesondere dann wenn damit Ängste oder das falsche Verständnis von Technologien, abgebaut werden können. Weitere Schwerpunkte wären zusätzliches Videomarketing sowie zusätzliche Online-Erlebnisse.

 

Originalartikel: https://www.searchenginejournal.com/digital-marketing-to-seniors/312545/

Von | 2019-07-08T14:39:21+02:00 8. Juli, 2019|Kategorien: Allgemeines|0 Kommentare

Über den Autor:

Ich beitreibe Online Marketing seit über 15 Jahren. Mit meiner Agentur 2Punkt unterstütze ich seit 2008 Unternehmen in ihren Online-Marketing Aktivitäten. Mein Online Marketing Ansatz ist vor allem nachhaltige. Um Ihren Erfolg im Internet zu steigern fokusiere ich gesamtheitliche auf SEO, SEA, Social Media, Webdesign und andere relvanten Online Themen.

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