ChatGPT Ads: So erstellst du deine erste Kampagne

Seit Ende August 2026 kannst du Anzeigen in ChatGPT selbst buchen, auch als österreichisches Unternehmen. Dieser Beitrag zeigt dir Schritt für Schritt, wie du ein Werbekonto anlegst, deine erste Kampagne aufbaust und welche Voreinstellungen du gleich zu Beginn kontrollieren solltest.

ChatGPT Ads waren monatelang etwas, worüber man las, aber nichts, was man buchen konnte. Innerhalb von zwei Wochen hat sich das geändert.

Seit dem 24. August 2026 spielt OpenAI Anzeigen auch in Österreich aus, und seit dem 31. August ist der Self-Service-Zugang über den Ads Manager laut OpenAIs eigener Ankündigung in allen 31 europäischen Märkten offen. Du brauchst also keinen Draht zu einem Agenturnetzwerk mehr, um den Kanal zu testen.

Was du brauchst:

  • ein verifiziertes Werbekonto
  • ein Budget, mit dem du leben kannst
  • und eine nüchterne Erwartung.

Hier ist der Weg dorthin.

Hier ist der Weg dorthin.

Was ChatGPT Ads sind und wer sie überhaupt sieht

ChatGPT Ads sind gekennzeichnete Anzeigen, die unterhalb einer ChatGPT-Antwort erscheinen. Sie bestehen aus Titel, kurzem Text, Bild und Link auf deine Landingpage, dazu kommen Markenname und Logo.

OpenAI betont, dass Anzeigen von der Antwort getrennt bleiben und die Antwort selbst nicht beeinflussen.

Für deine Reichweitenerwartung ist ein Detail wichtig: Anzeigen sehen nur Nutzerinnen und Nutzer der Free- und Go-Tarife.

Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei. Du erreichst also nicht alle ChatGPT-Nutzer, sondern den nicht zahlenden Teil.

Der zweite große Unterschied zu Google Ads: Es gibt keine Keywords. Die Ausspielung läuft über Kontexthinweise, also kurze Beschreibungen der Gesprächssituationen, in denen dein Angebot passt.

Du buchst keine Suchbegriffe, du beschreibst ein Gespräch. Dass sich die Suche insgesamt in diese Richtung verschiebt, habe ich im Beitrag zu Google AI Overviews beschrieben.

Bevor du startest: das Werbekonto

Die gesamte Kampagnenerstellung läuft unter ads.openai.com im Ads Manager Beta.

Laut dem Schnellstart-Leitfaden von OpenAI gehören zum Kontostart fünf Dinge:

  • die Anmeldung mit einem OpenAI-Konto,
  • das auf deine Firmen-E-Mail-Adresse läuft,
  • das Hinterlegen deines Markenlogos in den Einstellungen,
  • das Einrichten von Abrechnungsprofil und Zahlungsmethode,
  • die Kontoverifizierung!
  • und, falls nötig, die Einladung weiterer Teammitglieder.
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Der Punkt, an dem die meisten hängen bleiben, ist die Verifizierung. OpenAI unterscheidet dabei zwischen Unternehmen und Einzelperson, und welcher Weg für dich offensteht, entscheidet sich an einem einzigen Kriterium.

Als Unternehmen kannst du das Werbekonto nur verifizieren, wenn dein Betrieb im Firmenbuch eingetragen ist und du eine Firmenbuchnummer hast. Eine UID-Nummer reicht dafür nicht, auch wenn du damit sonst überall als Unternehmen auftrittst.

Verifizierung als Unternehmen

Für viele EPU und Kleinstbetriebe heißt das: Es bleibt der Weg über die Verifizierung als Einzelperson, und die läuft über einen amtlichen Lichtbildausweis, also Führerschein, Reisepass oder Personalausweis. Das funktioniert problemlos, du solltest es nur vorher wissen und die Dokumente bereitliegen haben.

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Verifizierung als Einzelperson

Firmenname und Logo erscheinen genau so in deiner Anzeige, wie du sie hinterlegst. Nach Praxisberichten aus deutschen Konten lassen sich Unternehmensname, Branche, Standort und Währung nach dem Anlegen nicht mehr ändern. Schau also zweimal hin, bevor du speicherst.

In fünf Schritten zur ersten Kampagne

Ist das Konto freigeschaltet, folgt der Aufbau immer derselben Struktur:

  • Kampagne
  • Anzeigengruppe
  • Anzeige

1) Kampagne anlegen und Ziel wählen.

Zur Auswahl stehen Reichweite mit Abrechnung nach Impressionen, Klicks mit Abrechnung pro Klick und Conversions. Für einen ersten Test ist Klicks meist die ehrlichste Variante, weil du sofort siehst, ob überhaupt jemand reagiert.

2) Budget, Laufzeit und Ausrichtung festlegen.

Du entscheidest zwischen Tages- und Gesamtbudget, setzt Start- und Enddatum und wählst Zielland und Fläche. Web, iOS-App und Android-App lassen sich einzeln steuern. Berichte aus deutschen Konten nennen als Untergrenze 15 Euro Tagesbudget beziehungsweise 65 Euro Kampagnenbudget, eigene Zahlen für Österreich veröffentlicht OpenAI nicht.

3) Anzeigengruppe mit Kontexthinweisen bauen.

Hier beschreibst du in kurzen Sätzen, worum es im Gespräch gehen soll, damit deine Anzeige passt. Statt „Zahnarzt Graz“ also eher „jemand sucht eine Zahnarztpraxis in Graz mit kurzfristigen Terminen“. Ein Thema pro Anzeigengruppe, nicht dein gesamtes Leistungsspektrum.

Das sagt OpenAi: Beschreibe die Gespräche, Themen oder Keywords, bei denen deine Produkte oder Dienstleistungen relevant sein könnten. Diese Hinweise helfen bei der Zuordnung von Anzeigen, sind jedoch keine Targeting-Regeln für exakte Übereinstimmungen.

Benutzerdefinierte Zielgruppen werden für Kampagnen mit Zielregionen im EWR oder in der Schweiz nicht unterstützt, da dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.

4) Anzeige erstellen: Titel, Beschreibung, Bild, Logo und Ziel-URL.

Teile davon schlägt der Ads Manager auf Basis deiner Website vor. Prüf vorher die Landingpage. Wer aus einem Gespräch heraus klickt, kommt mit einer konkreteren Frage als jemand, der eine Suchanzeige anklickt.

5) Kampagne einreichen und den Status beobachten.

OpenAI prüft jede Anzeige vor der Auslieferung. Steht sie danach auf „Wird nicht ausgeliefert“, zeigt ein Mouseover über den Status den Grund. Oft genügt eine Korrektur und erneutes Einreichen.

Was du gleich zu Beginn kontrollieren solltest

  • Die automatische Textanpassung ist standardmäßig aktiv, das System schreibt deine Anzeigentexte also selbstständig um. Bei erklärungsbedürftigen Leistungen oder rechtlichen Vorgaben willst du das vermutlich abschalten oder zumindest genau beobachten.
  • Die voreingestellte Gebotsstrategie gibt dir keine Zusage auf einen bestimmten CPC, CPA oder ROAS. Eine harte Obergrenze setzt du nur über ein maximales Gebot. Aus dem US-Markt werden Startgebote von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick berichtet, europäische Klickpreise veröffentlicht OpenAI bislang nicht.
  • Das Reporting zeigt Impressionen, Klicks, Ausgaben, CTR, durchschnittlichen CPC und CPM sowie Conversions, sobald die Messung eingerichtet ist. Einen Conversion-Wert oder ROAS liefert es nicht. Wenn du wissen willst, was am Ende hängen bleibt, brauchst du eigene Messung: OpenAI Pixel oder Conversions API, dazu saubere UTM-Parameter, damit der Traffic in deiner Webanalyse sichtbar wird.

Was du realistisch erwarten kannst

ChatGPT Ads sind ein Testkanal, kein Ersatz für laufende Suchkampagnen. Der Ads Manager läuft ausdrücklich als Beta, Funktionen und Verfügbarkeit ändern sich derzeit von Woche zu Woche, und Ende August haben mehrere Agenturen öffentlich berichtet, in ihren ersten ChatGPT-Ads-Kampagnen noch keine überzeugende Leistung zu sehen. Gleichzeitig ist der Kanal groß genug, um ihn nicht zu ignorieren.

Mein Vorschlag für einen ersten Test: ein klar abgegrenztes Angebot, eine Anzeigengruppe, ein Budget, das dich nicht schmerzt, und eine feste Laufzeit von vier bis sechs Wochen. Danach vergleichst du die Kosten pro Anfrage mit dem, was du aus Google Ads kennst. Wenn dich der Hintergrund interessiert, warum OpenAI überhaupt Werbung eingeführt hat, findest du das in meinem Beitrag zum Start des Werbetests bei OpenAI.

Du willst ChatGPT Ads ausprobieren, ohne dabei Budget zu verbrennen? Schreib mir über das Kontaktformular, dann schauen wir uns gemeinsam an, ob sich der Kanal für dein Angebot überhaupt rechnet.

Bild von Alexander Archimandritis
Alexander Archimandritis
Ich beitreibe Online Marketing seit über 15 Jahren. Mit meiner Agentur 2Punkt unterstütze ich seit 2008 Unternehmen in ihren Online-Marketing Aktivitäten. Mein Online Marketing Ansatz ist vor allem nachhaltige. Um Ihren Erfolg im Internet zu steigern fokussiere ich gesamtheitliche auf SEO, SEA, Social Media, Webdesign und andere relevanten Online Themen.

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