Eine Website ist in vielen Fällen das Herzstück der Online-Präsenz eines Unternehmens. KMUs investieren einen großen Teil des „Online“ Marketingbudgets in die Entwicklung und Betrieb ihrer Website. Das Thema Webanalyse wird aber oft vergessen und unter dem Teppich gekehrt. Was schade ist, denn ohne Kontrolle können bestehende Problem der Website nicht erkannt und behoben werden. Diese sechs einfach zu messenden Leistungskennzahlen (KPIs) geben einen guten Überblick, ob die Website auch den Erfolg liefert, den man von ihr erwartet.

Webanalyse Tools

Der Erfolg einer Website einer Firma oder eines Dienstleister, die sich an ein begrenztes Publikum in einem lokalen Umfeld richtet hängt stark davon ab, ob man die richtigen Nutzer im Web anspricht. Für das regelmäßige Monitoring der Website-Effektivität und laufender Kampagnen sind kostenlose Tools normalerweise ausreichend, zum Beispiel Google Analytics oder PIWIK (Wer PIWIK noch nicht kennt hier ein Blogbeitrag mit einer kurzen Einführung zu PIWIK). Viele KPI von Websites oder Webshops lassen sich damit kontrollieren. Darüber hinaus ist die Verknüpfung mit der Werbeplattform von Google sowie den sozialen Medien möglich, sodass sich digitale Kampagnen optimal überwachen lassen.

Besucher

Auch wenn die Anzahl der Besucher(=Nutzer) deiner Website eigentlich nicht viel aussagt, kann diese Kennzahl aber als wichtiger Indikator angesehen werden, wie präsent deine Seite in einem Themenbereich ist. Wichtig ist nicht die eindeutige Anzahl der Besucher sondern die richtigen Besucher anzusprechen. Entscheidend ist, wie viele Besucher auch tatsächlich die gebotene Dienstleistung in Anspruch nehmen oder das angepriesene Produkt kaufen. Eine elementare Metrik, vor allem für lokale Unternehmen ist die Kenntnis ob die Mehrzahl der Website-Besucher aus einem relevanten geographischen Umfeld kommt. Werden vorrangig lokale oder überregionale Nutzer erreicht? Für den Fall, dass der Großteil der Nutzer aus Städten oder Regionen kommt, die aus unternehmerischen Gründen irrelevant sind, muss z.B. die SEO-Strategie überdacht werden.

Neue vs. wiederkehrende Besucher

Treue Kunden sind gute Kunden. Bei einer Website verhält es sich genauso. Rufen Besucher deine Website mehr als einmal auf, spricht das für die Qualität deiner Inhalte. Die Besucher haben wohl etwas gefunden, was sie zum Wiederkommen animiert hat. Eine hohe Zahl an wiederkehrenden Besuchern ist deswegen ein Qualitätsmerkmal. Eine große Anzahl neuer Besucher in einem festen Zeitraum kann mit erfolgreich laufenden Kampagnen zusammenhängen.

Je nach Typ des Unternehmens ist dieser Messwert wichtiger oder eben nicht. Ein Schlüsseldienst wird vorrangig “Neue Besucher” als wichtig erachten, weil man nicht alle Tage seine Schlüssel verliert. Ein lokaler Shopbetreiber mit kleinem Onlineshop wird wahrscheinlich auf ein ausgeglichenes Verhältnis wert legen. Betreiber von Content-Seiten (Blogs) werden versuchen die Anzahl der wiederkehrenden Besucher zu steigern.

Verweildauer

Sie gibt an, wie lange Besucher auf Ihrer Website und den einzelnen Seiten verweilen. Das ist insofern interessant, als dass dieser Wert ein Hinweis darauf ist, ob Besucher mit den Inhalten zufrieden ist oder nicht. Eine lange Verweildauer kann auf echtes Interesse hinweisen. Eine kurze Verweildauer spricht eher für das Gegenteil. Du kannst die Besucher auch nach Verweildauer ordnen. Hast du viel Besucher die nur 10 oder wenige Sekunden auf deiner Seite sind dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass die Website nicht das bietet was sich der Besucher erwartet.

Absprungrate

Die Absprungrate ist eine entscheidende Kennzahl. . Die Absprungrate gibt in Prozent an, wie viele Besucher deine Seite nach nur einem Seitenaufruf wieder verlassen. Sie ist ein sehr wichtiger Indikator dafür, ob man die richtige Nutzerschaft anspricht und ob die dafür relevanten Begrifflichkeiten und eine passende Bildsprache verwendet werden.

Hohe Absprungraten sind natürlich schlecht. Warum Seiten hohe Absprungraten aufweisen kann unterschiedliche Gründe haben. Entweder der Besucher weiß nicht, wo weitere interessante Inhalte lauern (dann ist es ein Problem der Usability oder der Verlinkung) oder er war nicht zufrieden mit dem gebotenen Inhalt (dann ist es ein Content-Problem).

Wichtig zu bedenken: Eine hohe Bounce-Rate wirkt sich nicht nur negativ für Ihr Geschäft aus, es kann auch negative Folgen für den Suchkanal haben, weil Google die Bounce-Rate in den letzten Jahren als Rankingfaktor für Inhalte in der Suchmaschine betrachtet.

Aber Vorsicht: Eine gewisse Zahl an Absprüngen ist normal. Erst wenn die Absprungrate über 60 Prozent liegt, musst du dir richtig Sorgen machen. Bedenke aber auch, dass es Seitentypen gibt bei denen eine hohe Absprungquote ganz normal ist. Z.b. Kontaktseiten oder spezielle Landingpages für Kampagnen.

Traffic-Kanäle

Eine kanalabhängige Aufspaltung macht in der Web-Analyse immer Sinn. Schließlich willst du prüfen woher die Besucher deiner Website kommen. Eingeteilt werden die Traffic-Kanäle in die Bereiche Such-Traffic, Verweiser-Traffic, Direkter Traffic und Kampagnen-Traffic.

Such-Traffic

Welcher Suchbegriff liefert am meisten Besucher? Welches Keyword trägt dazu bei, dass die Nutzer besonders lange und intensiv mit der Website interagieren? Welche Zielseiten ziehen besonders viel Such-Traffic an? Egal ob man kostenlosen, organischen Such-Traffic analysieren möchte oder kostenpflichtigen Such-Traffic, der über Anzeigen (z.B. Google AdWords) generiert wird, unter die Lupe nimmt – die Kennzahlen in diesen beiden Bereichen sagen viel darüber aus, ob sich “die richtigen” Besucher auf der Website tummeln.

Referral (Verweiser)-Traffic

Der Traffic, der über andere verlinkende Websites auf deine Website gelangt, ist ein starker Indikator ob deine Website in einem relevanten Umfeld verlinkt ist.

Direkte Zugriffe

Steigen die direkten Zugriffszahlen (Eingabe des Domainname), so darf man davon ausgehen, dass dein Unternehmen seinen Bekanntheitsgrad steigern konnte. Bei kleineren, unbekannten Unternehmen liegen in den meisten Fällen die direkten Zugriffe deutlich über den Besucherzahlen, die über Links oder die Suche zur Firmen-Website gelangen.
Analysiere auch, wie sich die Besucher der einzelnen  Kanäle unterscheiden (Verweildauer, Absprungrate) Daraus ergeben sich oft interessante Erkentnisse.

Mobile Nutzung

Je nach Typ des Unternehmens kann es äußerst wichtig zu sein, zu überprüfen ob mobile Nutzer die Website erfolgreich verwenden. Ist die Absprungrate oder die  Verweildauer Die Verwendung von responsive Webdesign inklusive einer intelligenten Nutzerführung, die die Usability von Tablets und Smartphones in Betracht zieht, kann die Nutzererfahrung und damit den Erfolg einer Website deutlich verbessern.

Fazit

Durch regelmäßige Webanalyse lassen sich immer tiefer Erkenntnisse über die Effektivität einer Website erlangen. Nur so kann sichergestellt werden, dass eine Website benutzerfreundlicher, informativer, aussagekräftiger und demzufolge attraktiver für Besucher wird. Richtig eingesetzt ist die Webanalyse ein wertvolles Instrument für deinen Unternehmenserfolg im Netz – und damit für die Zukunft deines Unternehmens!